Das ernestinische Wittenberg - Universität und Stadt (1486-1547)

Öffentliche Vortragsreihe im "Lutherjahr 2017"

21.03.2017 Dr. des. Jan-Christian Cordes: Die Einführung der Reformation in der Hansestadt Lüneburg

18.04.2017 Prof. Dr. Elgin von Gaisberg: Das Collegium Fridericianum

30.05.2017 Prof. Dr. Stefan Plontke: Luther und seine Dämonen: litt Martin Luther an Morbus Menière?

12.09.2017 Dr. Insa-Christiane Hennen: Der Cranach’sche Reformationsaltar – Prinzipalstück der Wittenberger Stadtpfarrkirche

17.10.2017 Prof. Dr. jur. Heiner Lück/ Dr. Ulrike Ludwig: Die Universität Wittenberg im Reformationsjahrhundert - Vorstellung des Bandes 4.1 der Wittenberg-Forschungen

28.11.2017 Tilman Pfuch M. A.: "...als hätte man allein alle Weißheit mit Leffeln gegessen und verschlucket.“ Wittenberger Autorität zwischen Priestertum aller Getauften und hoher Amtstheologie.

12.12.2017 Dr. Ralf Kluttig-Altmann: "Erhitzte Damen." Das Frauenbild auf Wittenberger Ofenkacheln der Renaissance und der Einfluss der Cranachwerkstatt

Vgl. aktuelle Einladungen und Ankündigungen unten und die Ankündigungen auf Leucorea-Seite

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Replik auf Monika Lückes "Werkstattbericht im Jahrbuch der Historischen Kommission Sachsen Anhalts 2017

Zwei Jahre nach dem großen Lucas-Cranach-Jahr 2015 mit einer Fülle hochkarätiger Fachtagungen und Ausstellungen bittet Monika Lücke im aktuellen Band 29 des Jahrbuchs der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt um Aufmerksamkeit für ihren Beitrag „Das Ernestinische Wittenberg“. Anmerkungen zur Veröffentlichung des dritten Bandes (S. 293-306). Die Forscherin kommentiert hier im falschen Gewand der Rubrik „Werkstattberichte“ ausschließlich die Beiträge von drei Autoren des von Heiner Lück, Enno Bünz, Leonhard Helten, Armin Kohnle, Dorothée Sack und Hans-Georg Stephan, den Leitern des Projektes Ernestinisches Wittenberg, herausgegebenen 3. Bandes der Wittenberg-Forschungen, erschienen 2015. Die Textsorte ist kein Werkstattbericht, sondern eine kleinteilige selektive Rezension und im Grunde eine fundamentale Kritik an dem gesamten Forschungsprojekt der Siftung LEUCOREA. Sicher ist das renommierte Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt nicht der Ort, persönliche Vorbehalte zu Markte zu tragen. Wir beschränken uns nachfolgend auf einige Richtigstellungen.

Vorab: Viele der in den Wittenberg-Forschungen vorgestellten Ergebnisse sind Bruchstücke aus dem Quellenbergwerk, Denkansätze und Vorschläge, die natürlich der Diskussion, Verfeinerung und im Einzelfall der Korrektur bedürfen. Bisher hat das 2009 begonnene Forschungsprojekt seine Ergebnisse möglichst schnell und unkompliziert zur fairen Diskussion zur Verfügung gestellt, siehe diese Internetseite (Publikationen, Mitarbeiter). Dabei wurde selbstverständlich der Forschungsstand reflektiert und zitiert.

Frau Lücke kündigt seit vielen Jahren eine umfängliche Quellenedition an und hat seit 1994 bereits fünf Aufsätze zu Cranach vorgelegt. Auch in ihrem Werkstattbericht wird deutlich, dass sie einen monografischen Ansatz verfolgt. Das Forschungsprojekt Ernestinisches Wittenberg ist kein „Cranachprojekt“, sondern befasst sich mit der Vernetzung von Hof, Kirche, Stadt und Universität im Wittenberg des 16. Jhs. Der bedeutendste Hofmaler, Verleger und reichste Bürger der Stadt kann dabei nicht außer Acht gelassen werden. Vielmehr eignet sich der Franke Cranach als Exempel für die Chancen, die sich mit der Errichtung von Schloss und Universität Wittenberg für fremde hofnahe Eliten ergaben.

Seit Dekaden wird in der kunsthistorischen Forschung darum gerungen, die Namen der Mitarbeiter der Cranachwerkstatt zu identifizieren (vgl. zur Literatur Wittenberg-Forschungen 3, S. 44 f). Mit dem Fokus auf den Aufenthalt Cranachs im Wittenberger Schloss schien es im besprochenen Band gerechtfertigt, die ersten Mitarbeiter unter den bis zu 10 für Cranach im Schloss tätigen Malern zu identifizieren. Für spätere Zeiträume ist dies bereits erfolgt, wie im Band auch angemerkt und in den Ergebnissen zitiert. Der einzige Kommentar der Rezensentin zu dieser Identifikationsarbeit besteht in einem: "Warum die Identifizierung von Werkstattmitarbeitern bereits 1520 endet, ist nicht ersichtlich". Bei einem solchen Bewertungsmaßstab dürften freilich die allermeisten Arbeiten der Forschung, die in den letzten Dekaden Cranach gewidmet waren, als ungenügend gelten...

Ein weiteres Beispiel bietet die von der Rezensentin angeführte Bestallungsakte für Lucas Cranach vom 2. November 1552 (Transkription der Rezensentin laut CDA von 2016, unser Band erschien 2015). Sicherlich wäre es für die Rezensentin bei ihren Editionen bzw. Nachrecherchen leicht zu ermitteln gewesen, dass die Akte zum Zeitpunkt der Arbeit am Wittenberg-Forschungsband nicht zur Verfügung stand. Die Akte war nach Mitteilung die Archivleiterin Dr. Dagmar Blaha zur Bearbeitung für eine Ausstellung entnommen, was die Archivmitarbeiter lediglich als „Akte nicht auffindbar/ nicht am Ort" auf den Bestellschein notierten und die Vff. entsprechend übernahmen. Dass die Rezensentin dies nun als "Schwäche" des Kolloquiumbandes hochspielt, wirft ein bezeichnendes Licht auf ihre Intentionen.

Weiterhin ist in der Bestallungsakte von 1552 das entscheidende Wort ein "daruber". Dieses darüber bezieht sich auf einen Beschied bzw. eine Verschreibung auf Lebenszeit in Form eines Schriftstücks. Eine solche besaß Cranach vor 1552 laut Aussage der Akte nicht. D. h. unserer Einschätzung nach aber nicht, dass Cranach über keinerlei Verschreibungsbrief verfügte, denn meist gingen Verschreibungen auf Lebenszeit Anstellungen für einige Jahre oder bis auf Widerruf voraus. Dass Cranach bis 1532 auf Widerruf/Abkündigung bestallt war, haben die Verfasser angemerkt, 1534 änderte ein Schreiber dies in „auf lebenslang“ (Wittenberg-Forschungen 3, S. 15).

Unseres Erachtens kann man zahlreiche Indizien für die Existenz einer zeitlich beschränkten Verschreibung ab 1505 finden. Die Vff. haben sich daher bemüht, Indizien zu sammeln, die auch bei Fehlen eines Bestallungs-/Verschreibungsbriefes – das Original trug der Inhaber bis zur Hinfälligkeit des Bescheids bei sich – eine Bestallung bzw. Verschreibung belegen. So spricht es für die Praxis bei der Auszahlung von Quartalsgeldern, dass der Kammerschreiber den Torgauer Schützenmeister Hans Rau ermahnte, dass er "hinforder mehr bescheits und scheins dan 1 bloßete zettelh mitbring(en) solh, uber 8 fl zu quattemmer zeitt(en)" (ThHStAW, EGA, Kopialbuch F 16, fol. 57v). Man hatte also die Verschreibung vorzulegen, um Gelder zu empfangen.
Die Autoren haben u. a. in der Forschung überlesene Quartalsgeldzahlungen an Lucas Cranach für 1512 nachgewiesen (Wittenberg-Forschungen S. 16, 214, Nr. 122), was der Rezensentin entgangen sein muss. Inzwischen haben die Vff. weitere Quartalsgeldbelege für den Zeitraum 1519/20 auffinden können. Dass ein Maler, der Hofgewand und Quartalsgeld sowie Stücklohn, Holz und Farbe für Gemälde vom Hof erhielt, der regelmäßig in den Ämtern und am Hoflager versorgt worden ist und mit dem Lager umherzog, der sogar in mehreren Schlössern (Coburg, Lochau, Wittenberg, Weimar) Malerstuben bewohnte und seine Holzschnitte mit den Wappen der Kurfürsten von Sachsen schmückte, auf gar keinen Fall ein Hofmaler sein kann, wie die Rezensentin konstatiert, leuchtet wiederum den Vff. nicht ein.

Wer hier meint, dass es sich bei den gesammelten Belegen um Einzelfälle handelt, hat die allgemeine Überlieferungslage nicht genügend im Blick. Zwischen 1506 und 1525 existieren nicht nur keine Kammerrechnungs-Einträge zu Cranach, es haben sich überhaupt keine Kammerrechnungsserien des Hofes Kurfürst Friedrichs III. von Sachsen erhalten. Die von der älteren Forschung konsultierten Kammerrechnungen "des Hofes" ab 1513 sind als jene Herzog Johanns anzusehen, der seit der Mutschierung von 1513 über einen eigenen Hof und eine eigene Kammer verfügte (Wittenberg-Forschungen S. 17).
Dies alles ist recht aufwendig mit einem Vergleich der Kammerrechnungen mit den Ausgabelisten der Hofschneiderei zu ermitteln, wie im Band deutlich gemacht. Vgl. z. B. für 1514 Kammerrechnung Hzg. Johanns (ThHStAW, EGA, Reg. Bb 4241) mit Hofkleidungsausgabeliste Hzg. Johanns (ThHStAW, EGA, Reg. Bb 5930) und Ausgabeliste Kf. Friedrichs (ThHStAW, EGA, Reg. Bb 5929, ab fol. 53v-82r).

Zugleich haben die Vff. weitere Belege und Vergleichsbeispiele für die lückenhafte Überlieferung von Bestallungsakten der Zeit um 1500 zusammengestellt. So sollte man bedenken, dass über Jahre in der Forschung die Bestallungsbelege Cranachs ab 1532 als eigentlicher Beginn der bestallten Tätigkeit Cranachs für den Hof galten, bis Werner Hambrecht in Coburg weitere Rechnungsbücher und mit diesen entsprechende Belege ab 1525 ausmachen konnte (Wittenberg-Forschungen 3, S. 12, 15).
Nun wäre es gerechtfertigt gewesen, das Für und Wider der Interpretationen der Vff. zu diskutieren, anstatt deren mehrseitige Ausführungen mit einem Satz abzufertigen, ohne weiter auf die geschilderte Beleg- und Überlieferungslage einzugehen.
Die Abrechnung „Lucas Malers“ mit dem Wittenberger Rat von 1550 wurde herangezogen, weil sie sich sehr wahrscheinlich auf das 1548 in der Stadtpfarrkirche aufgestellte Retabel bezieht (Wittenberg-Forschungen, Bd. 3, S. 417-20). Die abgerechnete Summe von über 310 Gulden ergibt zusammen mit der Anzahlung aus dem Gemeinen Kasten eine plausible Gesamtsumme für den sog. Reformationsaltar. In der Rechnung ist der Vertragsgegenstand nicht benannt, weil er den Vertragspartnern bekannt war. Aus heutiger Sicht erscheint der Zusammenhang zum Retabel naheliegend, da die im Verhältnis zu anderen

Entschädigungen für Ratsangehörige außergewöhnlich hohe Summe nicht anders erklärt werden kann. Außerdem ergibt sich daraus zumindest ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Rat das Werk beauftragte, sich also ähnlich verhielt wie z. B. der Rat von Neustadt an der Orla (vgl. den Aufsatz von Krünes im Bd. 3 der Wittenberg-Forschungen). Zugleich wird deutlich, wie flexibel die Geschäftspolitik der Cranachs sein konnte, sollten die Kosten des Retabels doch offenbar über Jahre mit den an den Rat zu zahlenden Steuern verrechnet, also abgeschrieben werden. Diese Verrechnungspraxis ist alles andere als ungewöhnlich und taucht sowohl im städtischen, wie auch landesherrlichen Rechnungswesen immer wieder auf, um Zahlungen zu strecken und so aktuelle finanzielle Beschränkungen zu überwinden. Für diese Überlegungen ist es letztlich nicht einmal entscheidend, wer die Abrechnung mit dem Rat vorgenommen hat, Cranach der Ältere oder der Jüngere. Abgesehen davon erschließt sich nicht, wieso Cranach d. Ä., nachdem er nach Weimar gegangen war, keine Kontakte mehr nach Wittenberg unterhalten haben sollte. Vielmehr waren Vater und Sohn darauf bedacht, die Werkstatt in Wittenberg nach dem Übergang der Kurwürde an die Albertiner arbeitsfähig und die „Marke Cranach“ am Leben zu erhalten.

Monika Lückes Kritik gilt besonders den Beiträgen von Insa Christiane Hennen, die anhand der Schoßregister in den städtischen Kämmereirechnungen, der ab 1556 separat geführten Schoßbücher und der Stadtkarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert den Rundgang der Schoßeintreiber rekonstruieren konnte und damit die genaue Lage fast aller Häuser in der heutigen Altstadt, nicht nur die Lage der innerstädtischen Cranach-Immobilien. Das wiederum recht aufwendige Verfahren wurde u. a. anlässlich der Tagung „Mitteldeutschland im Zeitalter der Reformation“ (2012) beschrieben und 2014 publiziert. Monika Lücke hatte in den 1990er Jahren in den Kämmereirechnungen und den Schoßbüchern primär nach „Cranach“ gesucht, so dass es ihr nicht möglich war, die genaue Lage der Cranach-Häuser zu benennen (Lücke 1998, S. 14-23). Dafür ist es nötig, auch die Schoßbeträge zu erfassen, die für die einzelnen Hausstellen zu zahlen waren. Diese Beträge wurden 1490 festgeschrieben und bleiben sehr lange konstant. Im Hauptschoßbuch 1644 sind die Parzellennummern enthalten, die auch in den Stadtkarten eingetragen sind. Der Algorithmus der Schoßbeträge bildet den Umgang der Schoßeintreiber ab. Diese Abfolge der Einträge lässt sich mit den heutigen Adressen in Übereinstimmung bringen, da sich das Kataster in der Altstadt kaum verändert hat. Für die Hausstellen Marktviertel 1 (Markt 6) bis Marktviertel 6 (Markt 1), das sind die Häuser auf der Südseite des Marktplatzes, ergibt sich beispielsweise folgende Abfolge: 1 Schock 30 Groschen (Marktviertel 1) – 54 Groschen (Marktviertel 2) – 1 Schock 40 Groschen (Marktviertel 3) – 1 Schock 12 Groschen (Marktviertel 4) – 40 Groschen (Marktviertel 5) – 1 Schock 10 Groschen (Marktviertel 6). Zum Cranachhof Schloßstraße 1 (Coswiger Viertel 1) gehört der Betrag von jährlich 2 Schock Groschen. Markt 4 und Markt 5 gehörten ebenfalls zeitweilig den Cranachs.

Erst wenn die Hausstellen lokalisiert sind, ist es sinnvoll, nach weiteren Dokumenten, etwa Kaufverträgen, zu suchen, sonst weiß man lediglich, dass ein Haus verkauft wurde, jedoch nicht welches. Wenn ein Besitzer über viele Jahre 54 Groschen bezahlt und dann wiederum über Jahre den für das Nachbarhaus fälligen Betrag von 1 Schock 40 Groschen, dann ist dies ein deutlicher Hinweis auf einen Besitzerwechsel resp. Häusertausch, auch wenn kein Vertrag überliefert ist oder bislang gefunden wurde. Wenn sich dann zufällig, hier in einer Rechnung des Gemeinen Kastens, ein weiterer Hinweis ergibt, wird es schwierig, schlagende Gegenargumente zu finden (vgl. Wittenberg-Forschungen, Bd. 3, S. 317f.).

Frau Lückes Identifikation der Cranachhäuser hat zu dem falschen Schluss geführt, Cranach d. Ä. habe 1511/12 Markt 3 und Markt 4 erworben und nicht Markt 4 und Markt 5. Diese Frage wäre wahrscheinlich von untergeordnetem Interesse für ein paar Spezialisten, wenn der Irrtum nicht zur Missachtung des Hauses Markt 5 geführt hätte und damit zum Verlust dessen wertvoller Innenausstattung, die in den 1990er Jahren der Spitzhacke zum Opfer fiel.

Frau Lücke beklagt, dass in Band 3 der Wittenberg-Forschungen lediglich Zwischenergebnisse vorgelegt würden und dass die „Cranach-Forschung“ nicht zusammenarbeite. Ob ihr Werkstattbericht eine kollegiale Zusammenarbeit befördert, sei dahingestellt. Die Manuskripte zu Band 3 der Wittenberg-Forschungen wurden seitens der Verfasser übrigens bereits 2014, vor Erstellung der Druckfahnen, an die Stiftung Luthergedenkstätten übergeben, um die Ergebnisse für die Cranach-Landesausstellung nutzbar zu machen. Frau Lückes Ehemann war damals im Auftrag der Stiftung Luthergedenkstätten auf Honorarbasis tätig und prüfte sämtliche durch die Verff. eingesehene Archivalien nach.

Insa Christiane Hennen, Thomas Lang, Anke Neugebauer, April 2017

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Öffentlicher Abendvortrag:

Die Stiftung LEUCOREA und das Forschungsprojekt „Das ernestinische Wittenberg“ laden ein zum Vortrag:

Politik und Glaube. Die Reformation in der Hansestadt Lüneburg

Ort: Auditorium Maximum der LEUCOREA, Collegienstraße 62.

Zeit: 21. März 2017, 19.30 Uhr

Die Stiftung Leucorea lädt am 17.01.2017 zum öffentlichen Abendvortrag im Auditorium Maximum. Der Historiker Dr. des. Jan-Christian Cordes (Hamburg/ Wittenberg) wird zur Reformation in Lüneburg sprechen und dabei auch die  Beziehungen nach Wittenberg aufzeigen.

Die Stadt Lüneburg war im 16. Jahrhundert ein wirtschaftlich und politisch bedeutendes Mitglied der Wendischen Hansestädte. Doch ebenso wie in den meisten Nachbarstädten erfolgten die Durchsetzung des lutherischen Glaubens in der Reformation und die daraufhin einsetzende Konfessionsbildung nicht widerspruchslos und ohne Konflikte.

Der Vortrag zeichnet die Ereignisse vom ersten belegbaren Erscheinen der evangelischen Bewegung 1525 über die zunehmenden Auseinandersetzungen um die Umgestaltung des Kirchen-, Armen- und Schulwesens zwischen dem reformatorischen Bürgerausschuss und dem mehrheitlich noch altgläubigem Rat ab 1529 bis zur endgültigen Durchsetzung des protestantischen Glaubens 1532/33 nach. Hierbei soll das Lüneburger Geschehen nicht nur vor seinem städtischen sondern auch vor dem regionalen und überregionalen Hintergrund betrachtet werden, da etwa die Entwicklungen auf Landes- und Reichsebene ebenso Auswirkungen auf die Stadt hatten. In der Folge konnte dann in Lüneburg bis zum Jahre 1555 eine lutherische Konfessionskultur entstehen und der Rat seine Rolle als evangelische Obrigkeit finden.

Der Eintritt zu diesem Vortrag des „Ernestinischen Wittenbergs“ im Jubiläumsjahr ist frei.

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Öffentlicher Abendvortrag:

Die Stiftung LEUCOREA und das Forschungsprojekt „Das ernestinische Wittenberg“ laden ein zum Vortrag:

Zur Nutzung des Schlosses und der Schlosskirche durch die Universität

Ort: Auditorium Maximum der Stiftung Leucorea

Zeit: 21. Feb. 2017, 19:30 Uhr

Die Kunsthistorikerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Ernestinisches Wittenberg“ präsentiert neue Forschungsergebnisse „Zur Nutzung des Schlosses und der Schlosskirche durch die Universität“. Der Eintritt ist frei.

Seit der Vereinigung von Allerheiligenstift und Universität im Jahre 1507 gehörten das Schloss und die Schlosskirche zu den wichtigsten Standorten der Leucorea. Dies ist in der öffentlichen Wahrnehmung des Residenzkomplexes kaum bekannt. Im Vortrag soll die Schlosskirche als Fest- und Weihestätte der Wittenberger Hohen Schule, als Standort der fürstlichen Bibliothek und als akademische Grablege vorgestellt werden. Auch die Rektorenwahlen, die Messen der Fakultäten, die Promotionen und feierlichen Disputationen fanden dort statt. Weite Bereiche des Schlosses wurden zugleich als Prinzenhof, fürstliche Studentenherberge, Heimstatt von Gelehrten, Studien- und Vorlesungssaal sowie als Zweitstandort der Universitätsbibliothek genutzt. Selbst das Gefängnis des Schlosses diente in Ausnahmefällen als Karzer. Diese außergewöhnliche Nutzung dauerte indes nur während der ernstinischen Herrschaftsphase bis 1547 an. Während die Schlosskirche danach noch 300 Jahre lang als Universitätskirche diente, verlor das Schloss im Ergebnis des Schmalkaldischen Krieges allmählich seine Bedeutung als Residenz und verfiel.

Nach nunmehr 500 Jahren wird durch das evangelische Predigerseminar an historischer Stätte wieder studentisches Leben einziehen. Auch mit der Einrichtung der reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek im Schloss wird an die glanzvolle Geschichte des Residenzkomplexes als einstiger Standort der Wittenberger Leucorea angeknüpft.

Der Eintritt zu diesem Vortrag des „Ernestinischen Wittenbergs“ im Jubiläumsjahr ist frei.

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Öffentlicher Vortrag:

Die Stiftung LEUCOREA und das Forschungsprojekt „Das ernestinische Wittenberg“ laden ein zum Vortrag:

Die Lutherrezeption am Wittenberger Prinzenhof des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Coburg (1521-1553).

Ort: Auditorium Maximum der Stiftung Leucorea

Zeit: 17. Jan. 2017, 19:30 Uhr

Die Stiftung Leucorea lädt am 17.01.2017 zum öffentlichen Abendvortrag im Auditorium Maximum. Der Historiker Thomas Lang, Mitarbeiter des Forschungsprojekts Ernestinisches Wittenberg, wird zur Lutherrezeption am Wittenberger Prinzenhof des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Coburg referieren.

Die Funktion des Wittenberger Schlosses als Prinzenhof hat außerhalb der historischen Forschung kaum Beachtung gefunden. Doch kommt den drei Prinzenhöfen, die zwischen 1511 und 1547 in Wittenberg Hof hielten, eine große Bedeutung zu. Sie waren Augen und Ohren des fürstlichen Hofes in der Universitäts- und Lutherstadt. Der Vortrag befasst sich mit dem Prinzenhof des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Coburg (1521–1553), dem jüngeren Halbbruder des sächsischen Kurfürsten Johann des Beständigen (1468–1532). Der Prinz bezog mit seinem Gefolge von etwa 1528/29 bis 1538 das Wittenberger Schloss als Teilzeitresidenz für seine Studien.

Noch 1908 behauptete der Biograph Georg Mentz, dass Herzog Johann Ernst erst gegen Ende der 1530er Jahre kurz in Wittenberg studiert hätte. Laut Mentz habe der Prinz „keine besonders große Neigung zum Studium bewiesen (...), so daß ihn der Kurfürst 1539 lieber zu den Staatsgeschäften heranzog.“ Diese Einschätzung kann man auf Grund neuerer Publikationen und archivalischer Forschungen innerhalb des Projekts „Ernestinisches Wittenberg“ deutlich widerlegen. Der vielseitig gebildete Präzeptor Lukas Edenberger (1505–1548) und die adligen Hofmeister und Ritter Erasmus von Haugwitz († 1532) und Christoph Groß († nach 1543) sorgten dafür, dass der Prinz und die gleichaltrigen Edelknaben eine ritterlich-adlige sowie schöngeistig-humanistische Ausbildung erhielten. Der Vortrag wird neue Quellen zur schweren Erziehungsaufgabe der Lehrer und zum Kontakt des Prinzenhofes mit den Wittenberger Universitätsgelehrten und den Reformatoren erschließen.

Der Eintritt zu diesem ersten Vortrag des „Ernestinischen Wittenbergs“ im Jubiläumsjahr ist frei.

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Neuerscheinung

Der Journalist und Kunsthistoriker Dr. Günter Kowa hat gemeinsam mit dem Fotographen Henning Kreitel eine lesenswerte Bildreise zu den Orten der Reformation verfasst. Kowa hat dafür den aktuellen Forschungsstand anschaulich zusammengefasst und neben bekannten, auch bisher zu Unrecht unbeachtete Orte erkundet, während Kreitel immer wieder eindrucksvolle und ungewöhnliche Blickwinkel auf die Schauplätze findet und festhält.

Während der Recherche zum Band hat Kowa intensiven Kontakt auch mit den Projektmitarbeitern aufgenommen und einzelne Ergebnisse spannend und anschaulich verarbeitet. Wir bedanken uns bei ihm für die anregende Zusammenarbeit.

Der Band wird im Mitteldeutschen Verlag vertrieben. (Link zur Verlagsseite)

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Öffentlicher Vortrag:

Die Stiftung LEUCOREA und das Forschungsprojekt „Das ernestinische Wittenberg“ laden ein zum Vortrag:

Fundgrube Latrine

Ort: Auditorium Maximum der Stiftung Leucorea

Zeit: 25. Okt. 2017, 19:30 Uhr

Die Stiftung Leucorea und ihr Forschungsprojekt „Ernestinisches Wittenberg“ laden ein zum Vortrag „Fundgrube Latrine“, den Linda Sophia Stieme am 25. Oktober im Auditorium maximum der Leucorea hält. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Eine wahre Fundgrube für die Archäologen sind die tiefen und engen Schächte von Brunnen und Latrinen. Sie wurden nicht nur zur Entsorgung von Fäkalien genutzt, sondern auch als „Mülltonne“. Zerbrochenes Geschirr, Speisereste, Spielzeug, Geld oder das, was am "Örtchen" zufällig aus der Tasche fiel, landete in der Latrine. Bauhistorische Forschungen und die Auswertung archäologischer Funde verschaffen erstaunliche Einblicke in die ganz privaten Lebensbereiche längst verstorbener Menschen.

Im Mittelpunkt des Vortrages steht eine 2012 auf dem Arsenalplatz in Wittenberg aufgedeckte große Entsorgungsanlage. Die erstmalige Präsentation dieses Bauwerks und des darin überkommenen häuslichen Abfalls gibt authentische Auskünfte über die Lebensverhältnisse der Wittenberger Bürger in der Frühen Neuzeit.

Sophia Linda Stieme hat an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Germanistik und Archäologien Europas  studiert und 2014 im Fach Denkmalpflege den Mastergrad erlangt. Thema ihrer Masterarbeit war die Latrine auf dem Arsenalplatz, die im Vortrag vorgestellt wird.

Seit 2014/2015 arbeitet die Hallenserin an einer Dissertation im Fachbereich Historische Bauforschung an der Technischen Universität Berlin über die „Städtische Wasserversorgung und Entsorgungspraxis im mittelalterlichen/frühneuzeitlichen Wittenberg“; die Arbeit wird von Elgin v. Gaisberg, Mtglied der Forschungsgruppe „Ernestinisches Wittenberg“ betreut.

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Sommerschule 2016

Die Stiftung Leucorea-Wittenberg richtet in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt Ernestinisches Wittenberg und der Stiftung für Deutsche Sprache und Kultur eine Sommerschule mit den Prime-Gymnasien der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg (CJD Christophorusschule Droyßig, Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium Schönebeck (Elbe), Latina August Hermann Francke/Halle) aus.

Vom 20. bis 24. Juli 2016 erhalten die Schüler einen Einblick in das historische Wittenberg und die Arbeit in verschiedenen historischen Disziplinen. Hier im Foto die Schüler bei der Bauforschung in der Sommerschule 2013.

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Öffentlicher Vortrag:

Die Stiftung LEUCOREA lädt ein zum öffentlichen Vortrag.

„Das Stadtbild Wittenbergs in der frühen Reformationszeit“

Dr. Insa Christiane Hennen (Forschungsprojekt „Ernestinisches Wittenberg)

21. Juni 2016 um 20 Uhr (Rücksicht auf die Freunde der Fußball-EM)

Audimax des Fridericianums (Collegienstraße 62)

Der Vortrag gehört zum Programm der diesjährigen Sommerschule, die die Stiftung LEUCOREA zusammen mit dem Institut für Deutsche Sprache und Kultur veranstaltet.
Wie haben wir uns das Stadtbild Wittenbergs in der frühen Reformationszeit  vorzustellen? Wie sahen die Gebäude aus, wie entwickelte sich die bauliche Struktur der Stadt, wer war in den Straßen, auf den Plätzen anzutreffen?
Die Zeitspanne der „frühen Reformationszeit“ darf in Bezug auf das Erscheinungsbild ihres Ursprungsortes nicht zu eng gefasst werden: Als Luther nach Wittenberg kam, war die Stadt eine große Baustelle und blieb es noch für Jahrzehnte. Die Reformation dynamisierte das Baugeschehen zusätzlich und eröffnete bisher ungeahnte Spielräume für die an humanistischen Idealen orientierte Stadtplanung.
Der Vortrag, der sich auf  eine Fülle baulicher, bildlicher und schriftlicher Quellen stützen kann, stellt die treibenden Kräfte des „Stadtumbaus“ vor: Kurfürst, Rat und Universitätsprofessoren schufen bereits zu Anfang des 16. Jahrhunderts den rechtlichen Rahmen für die zwischen 1520 und etwa 1570 vollzogenen tiefen Eingriffe in das Alltagsleben und damit auch in das Bild der Stadt. Die hygienischen Verhältnisse wurden verbessert, neue Straßen angelegt, Häuser auf bisher unbebauten Flächen errichtet. Die Verdichtungsprozesse, die in Folge des starken Anstiegs der Einwohnerzahlen im Grundriss der Universitätsstadt wie auch auf den einzelnen Parzellen zu beobachten sind, werden anhand von Karten sichtbar gemacht, Aussagen zu den Baumaterialien und Dekorationen getroffen, architektonische „Trends“ vorgestellt und im politischen Kontext der „kurfürstlichen Stadt“ interpretiert.
Vieles von dem, was nicht zuletzt unter Beteiligung der Cranachs entstand, hat sich erhalten, jedoch nur wenig von dem, was vorher bestand. 

Der Eintritt ist frei.

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Öffentlicher Vortrag:

Die Stiftung LEUCOREA und das Forschungsprojekt „Das ernestinische Wittenberg“ laden ein zum Vortrag:

Memorialkultur und dynastisches Bewusstsein unter den ernestinischen Wettinern in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts

Dr. Anke Neugebauer

Dienstag, dem 17. Mai 2016, ab 19.30 Uhr,

Auditorium Maximum der Stiftung LEUCOREA (Collegienstraße 62).

Sich an längst verstorbene Vorfahren zu erinnern, sie gar in neue Grabanlagen umzubetten und mit einem Monument zu ehren ist ein um 1500 im Hochadel des Reiches verstärkt auftretendes Phänomen. Die Ursachen dieses Ahnenkultes liegen im gestiegenen Interesse an der Vergangenheit des eigenen Herrscherhauses, der damit verbundenen dynastischen Legitimation und Entwicklung einer territorialen Identität. Auch die ernestinischen Wettiner ehrten ihre Ahnen und ihre Vorgänger im Amt mit neuen Epitaphien oder Grabmälern. Beispielhaft dafür steht der Sandsteinsarkophag für die Gebeine der ottonischen Königin  Editha (gest. 946) im Dom zu Magdeburg, den Erzbischof Ernst von Sachsen 1510 in Auftrag gab; die Memorialanlagen für Kaiser Otto III. (gest. 1002), welche 1513 im Auftrag Friedrichs des Weisen im Dom zu Augsburg und im Aachener Münster geschaffen wurden sowie die 1537 erfolgte vermeintliche Umbettung des askanischen Kurfürsten Rudolf II. (gest. 1370) aus dem Wittenberger Franziskanerkloster in die Schlosskirche durch Johann Friedrich den Großmütigen. Diese Anlagen werden im Vortrag ausführlich vorgestellt und die unterschiedlichen Intentionen der Auftraggeber diskutiert.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei!

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Neuerscheinung:

Der neue Tagungsband des Arbeitskreises für Hausforschung (AHF) befasst sich schwerpunktmäßig mit Wittenberg und Torgau. Mehrere Mitarbeiter und Professoren des Forschungsprojektes Ernestinisches Wittenberg haben in diesem Band auch aktuelle Ergebnisse des Projektes publiziert.

Lutherstadt Wittenberg, Torgau und der Hausbau im 16. Jahrhundert. Bericht über die Tagung des Arbeitskreises für Hausforschung e.V. in der Lutherstadt Wittenberg vom 9.-13. Oktober 2011 in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Hans-Georg Stephan, und der Stiftung Leucorea. Bd 62, Marburg 2015 ( S. 481, Abb., 17 x 24 cm, Hardcover)
ISBN 978-3-89445-517-0632, (€ 30,-)

Inhaltsverzeichnis (Pdf)

 

Der wissenschaftliche Begleitband zur Austellung: "Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation in Mitteldeutschland" (Rezension zum Katalogband) ist in der Reihe Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde (Nr. 50) des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) erschienen.

Bünz, Enno/Kühne, Hartmut (Hgg.): Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation in Mitteldeutschland Wissenschaftlicher Begleitband zur Ausstellung „Umsonst ist der Tod“ (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde 50), Leipzig 2015
Verlag: Leipziger Universitätsverlag GmbH 843 Seiten und 31 Farbtafeln, Hardcover, 98,00 € ISSN: 1439-782X; ISBN: 978-3-86583-924-4

Der Band bietet einen weiten Einblick in das breite Spektrum der Frömmigkeit vor Martin Luther und enthält auch Beiträge von Mitarbeitern des Forschungsprojekts zu den geistlichen Institutionen und Bruderschaften Wittenbergs sowie zur kurfürstlichen Reliquiensammlung und der Wittenberger Schlosskirche.

Inhaltsverzeichnis (Pdf)

 

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Neuerscheinungen

Wittenberg-Forschungen Band 3

Der dritte Band der Wittenberg-Forschungen ist im Michael Imhof Verlag erschienen. Der Band befasst sich anlässlich des Cranach-Jahres mit der Malerfamilie und ihren z. T. verwischten Spuren in Wittenberg. Eine Präsentation des Bandes ist am 07. Juli 2015 um 19:30 in der Stadtkirche im Anschluss an einen Vortrag geplant.

Das ernestinische Wittenberg: Spuren Cranachs in Schloss und Stadt (Wittenberg-Forschungen 3),  im Auftrag der Stiftung LEUCOREA herausgegeben von Heiner Lück, Enno Bünz, Leonhard Helten, Armin Kohnle, Dorothée Sack und Hans-Georg Stephan, Petersberg, Imhof-Verlag 2015.  Abmessungen: 21,5 x 28 cm, 460 Seiten, 183 Farb- und 31 S/W-  Abbildungen, Broschur. ISBN 978-3-7319-0195-2. Euro (D) 39,95, Euro (A) 41,10, CHF 45,90

Inhaltsangabe

Lucas Cranach der Ältere und der Jüngere prägten zwischen 1505 und 1586 als für den Hof wie auch für den Rat und für auswärtige Auftraggeber tätige Maler, als Unternehmer, Immobilienbesitzer und Ratsleute das öffentliche Leben in Wittenberg. So vielfältig ihr Tun, so umfangreich ist das Quellenmaterial, welches hier in großen Teilen erstmals publiziert wird. Aber auch archäologische Zeugnisse künden vom Wohlstand der Künstlerdynastie, die sich mit den führenden Familien Wittenbergs durch Heirat verband und ein weitläufiges humanistisches Netzwerk unterhielt. In der Zusammenschau der Quellen wird deutlich, dass der einzigartige Aufstieg und die Geschäftstüchtigkeit der Cranachs bisweilen zu Lasten Dritter ging, wie das Beispiel des Formschneiders Symphorian Reinhart zeigt.

Enthaltene Aufsätze:

Anke Neugebauer/Thomas Lang: Cranach im Schloss: Das Wirken und die Werke Lucas Cranachs d. Ä. und seiner Werkstatt in Schloss und Schlosskirche Wittenberg - 11

Thomas Lang: Simprecht Reinhart: Formschneider, Maler, Drucker, Bettmeister - Spuren eines Lebens im Schatten von Lucas Cranach d. Ä. - 93

Thomas Lang/Anke Neugebauer: Kommentierter Quellenanhang - 139

Mario Titze: Bemalte Holzbalkendecke aus der Cranachwerkstatt im Schloss Pretzsch an der Elbe - 295

Alexander Krünes: Der Hauptaltar in der St. Johanniskirche in Neustadt an der Orla als frühe Werkstatt-Arbeit Lucas Cranach des Älteren - Kauf und Finanzierung dargestellt nach archivalischen Quellen - 301

Insa Christiane Hennen: "Cranach 3D": Häuser der Familie Cranach in Wittenberg und das Bild der Stadt - 313

Ralf Kluttig-Altmann: Archäologische Funde von Grundstücken der Familie Cranach in Wittenberg - 363

Insa Christiane Hennen: Die Ausstattung der Wittenberg Stadtpfarrkirche und der Cranach'sche Reformationsaltar - 401

 

Das Schloss des Kurfürsten und der Beginn der frühneuzeitlichen Stadtbefestigung von Wittenberg

Ein neuer Sonderband der Schriftenreihe "Archäologie in Sachsen-Anhalt" ist unlängst erschienen. Er befasst sich Schwerpunktmäßig mit den Grabungen im Wittenberger Vorschloss, bietet aber auch eine Übersicht zu aktuelleren Grabungsergebnissen in Wittenberg. Weitere Beiträge beiten umfangreichere Forschungsberichte mit zahlreichen neuen Ergebnissen zur Errichtung der Wittenberger Stadtbefestigung im 16. Jahrhundert, zur Aussagekraft von Schriftquellen über die Nutzung und Ausstattung des Schlosses, sowie über die Bauten des Vorschlosses. Mehrere Mitarbeiter des Projektes haben dafür ihre Forschungsergebnisse in diesen Band eingebracht.

L. Helten/A. Hille: Archäologie in Wittenberg I. Das Schloss des Kurfüsten und der Beginn der frühneuzeitlchen Stadtbefestigung von Wittenberg (Archäologie in Sachsen-Anhalt, Sonderband 22), Halle [Saale] 2014.

Link zur Präsentation auf den Seiten des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (Link)

 

In der Schriftenreihe der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt ist der Aufsatzband zur Tagung Buch und Reformation vom 6./7. Mai 2011 unter dem Titel: "Beiträge zur Buch- und Bibliotheks­geschichte Mitteldeutschlands im 16. Jahrhundert" erschienen.

Dieser Band befasst sich mit verschiedenen Aspekten des Themenbereiches Buch und Reformation. Einführende Beiträge berichten vom Buchbesitz der Geistlichkeit im Spätmittelalter, der Mitteldeutschen Pfarrer und Kirchenbibliotheken im 16. Jahrhundert. Spezialbeiträge widmen sich der Buchzensur, der Neubewertung von Luthers "Hauptschriften", Georg Spalatins, Philipp Melanchthons und Caspar Borners Bibliothek, Georg Rörers Tätigkeit als Multiplikator von Luthers Schriften oder der Frühgeschichte der Wittenberger Schlossbibliothek. Auch an diesem Band haben Professoren und Mitarbeiter des Forschungsprojektes mitgewirkt.

Link zur Präsentation der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig (Link)


Wittenberg-Forschungen Band 2:

Der zweite Band der Wittenberg-Forschungen (ein Text- und ein Bildband) ist im Michael Imhof Verlag erschienen, erste Exemplare sind auf der Leipziger Buchmesse vom 14. bis 17. März 2013 am Stand des Verlages (Halle 5, Stand C 110) einsehbar.

Genaueres unter den Publikationen

Pdf mit der Rezension von Günter Kowa in der Mitteldeutschen Zeitung vom 19.03.2013.

 

Fund des Monats November stammt aus Wittenberg

Eine tönerne Trompete aus einer Grabung in der Wittenberger Collegienstr. 90/91 ist der Fund des Monats in Sachsen-Anhalt. Ralf Kluttig-Altmann vom Projekt Ernestinisches Wittenberg beschreibt und erklärt diesen Funden auf der Internetseite des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie:  Artikel